Wir fragen – SVPs vervollständigen

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Mitten im Sommerloch kam es vor zwei Wochen zum Personalwechsel: Martin Bukies hat nach einem Jahr turnusgemäß sein Amt als Studentischer Vizepräsident niedergelegt und wurde durch Said Werner abgelöst. Said ist gerade dabei, sich einzuarbeiten, als wir seinen Schreibtisch mit ein paar Fragen zu-spammen. Ein guter Anlass, um sich mit ihm und seinem Vorgänger über Altes und Neues im Amt des ‚SVP‘  zu unterhalten.

Ein Lückentext-Interview.

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Ich bin froh, dass es vorbei ist, weil…

Martin: …ich jetzt (nach einigen Jahren des Studiums) nochmal zwei Semester ganz normal Student sein darf, bevor dann das Berufsleben startet. Auf letzteres freue ich mich natürlich auch – aber als Student hat man ja doch Freiheiten, die später wegfallen oder durch andere ersetzt werden. Im Moment freue ich mich auch, dass viele Themen nun nicht mehr „meine Themen“ sind – denn es ist sehr gut, dass jedes Jahr ein neuer oder eine neue SVP am Ruder ist. Da ist es natürlich super, zu wissen, dass man ein Amt und die damit verbundene Verantwortung in gute Hände übergibt. Da ich das tun konnte, freu ich mich gewissermaßen doppelt.

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Das Schwierigste bei der Übergabe des Amts ist, …

Martin: …sehr lieb gewonnene Themen dem Nachfolger oder der Nachfolgerin zu übergeben. Das Wissen darum, dass gerade die neuen Impulse, die in der nächsten Amtszeit ins Präsidium getragen werden es sind, die die Position des SVP so bereichernd für unsere Universität machen, lässt es dann wieder einfacher sein: Es ist eben ein Amt, das vom Jahr seiner Dauer lebt!

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Die Studierenden wissen manchmal einfach nicht, …

Martin: …wie schwer es tatsächlich ist, den Erwartungen verschiedenster Anspruchsgruppen zu entsprechen. Das ist ein echter Balanceakt, der ganz schön viel Geduld und langen Atem benötigt. Und auch die Kommunikation von Entscheidungen, die mancher oder manchem beizeiten nicht gefallen mögen, ist bei aller Bemühung oft alles andere als einfach.

Said: …dass wir disziplinierte Probleme auch mal diszipliniert lösen dürfen. Vielleicht ganz im Unsinn unseres Patrons, dafür auch mal im Sinn unserer befreundeten Statusgruppen.

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Was ich von der Situation rund um die Reakkreditierung mitbekommen habe, ist…

Martin: …durchweg positiv. Wir haben uns, wie ich überzeugt bin, als starke Universität präsentiert – und das sind wir ja auch! Sicher haben wir auch gezeigt, dass wir an das in der ZU und ihren verschiedenen Statusgruppen schlummernde weitere Potenzial glauben. Und das ist sehr gut so, denn das Vorhandensein und Entfalten von Potenzial ist das Gegenteil von Stillstand.

Said: …,dass wir eine Universität sind, die sich ihrer Stärken und Potentiale bewusst ist und eine spannende Zukunft besitzt. Im Übrigen sind wir gerade von ACQUIN zur Systemakkreditierung zwischenevaluiert worden. Der Bericht dazu fiel durchweg positiv aus.

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Eigentlich geht es mit der ZU steil bergauf. Schauen wir zum Beispiel auf…

Martin: …die gesamte finanzielle Lage, die die Geschäftsführung letzten zwei Jahren so gut ins Lot gebracht hat, können wir nur stolz sein. Wir sind in einem Reakkreditierungsverfahren, bei dem ich sehr zuversichtlich bin, dass es gut abgeschlossen werde kann. Und – das klingt vielleicht etwas seltsam – wir sind ein Stück weit erwachsener geworden. Frech und jugendlich ist das eine (ich mag beide Charaktereigenschaften) – aber eine souveräne Ernsthaftigkeit ist gerade in der akademischen Landschaft nicht gerade von Nachteil, wie wir, denke ich, alle wissen. Das meint natürlich nicht, dass dadurch die Leichtigkeit verlorengehen darf.

Said: …unseren schönen ZF-Campus, das starke Verhältnis à la Stadt-Land-Uni, den Demokratisierungsprozess unserer Strukturen, die moderne Grundordnung, die Executive Education & Masterprogramme, das Thema Diversität, den Erhalt des Seecampus, den Aufbau eines Gründerzentrums, die Stipendienagenda, unsere internationalen Partner, die Verabschiedung unserer Mission, spannende personelle Neuzugänge, hochengagierte Initiativen und nach wie vor motivierte Studierende, die Bock haben. Ach ja, das CHE-Ranking als Ranking für unsere Zahlenakrobaten. Das Beste daran ist aber und da bin ich mir sicher: Wir können noch mehr!

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Das SMH ist mir nicht egal, weil…

Martin: …ich diesen Ort einfach unfassbar gern habe! Ich durfte meinen eigenen Pioneers Wanted hier erleben, hatte ein Jahr mein Büro hier unten und weiß selbst sehr genau um den entspannenden, aber auch inspirierenden Wert unseres Strandes der guten Hoffnung! Zu dem Büro muss ich vielleicht noch sagen: Mein großer Wunsch war es ja nun seit Juni 2016, als SVP an den FAB zu ziehen. Nach dreizehn Monaten der leidenschaftlichsten Auseinandersetzungen mit Herrn Sturm freut es mich natürlich, dass es nun, pünktlich zum Amtswechsel, geschafft ist: Der SVP gehört nun mal zu den Studierenden!

Said: …mein Büro noch hier ist. Nein, im Ernst: 2003 hat hier alles begonnen. Niemals war mehr Anfang und so. Hier schlägt das Herz unserer Universität und das ist mehr als Beat Poetry.

Hier am Strand der guten Hoffnung, immanenter Seezugang plus Sportplatz. Echt, das ist so amerikanisch, da kann selbst meine Mitbewohnerin nicht mithalten. Und wer sie kennt, weiß, dass sie 2016 Hillary gewählt hat!

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Ich habe das erste Mal daran gedacht, SVP zu werden…

Said: …einige Zeit, nachdem Hannes Werning mich gefragt hat, ob ich bei ihm arbeiten will. Das war zwei Wochen vor seinem Ausscheiden. Martin hat mich dann übernommen. Im Laufe der gemeinsamen Arbeit habe ich mir dann natürlich auch mal die Frage gestellt, ob der Job nicht etwas für mich wäre. Ich hatte die Idee, mich in einem Jahr darauf zu bewerben. Dann habe ich ein Angebot für ein politisches Amt bekommen, das mich vor die Wahl gestellt hat. Entweder die nächsten 2 Jahre politische Arbeit in nur eine Richtung oder jetzt ein besonderes Engagement an einem vielseitigen Ort, für dessen Ideen ich brenne. Das hat meine Entscheidung, mich zu bewerben, beschleunigt. Ich bin jetzt eine Woche im Amt – und bereue nichts!

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Das werdet Ihr in den nächsten Monaten von mir hören…

Said: Ganz ehrlich? Ich finde es wichtiger, Euch zu hören. Qua Amt bin ich die studentische Stimme im Präsidium, aber es wäre anmaßend zu glauben, dass eine Person alle Stimmen unserer sehr heterogenen Peergroup unter einen Hut bringen kann. Das heißt, egal was los ist, ich habe diesen Job mit dem Anspruch angetreten, Ansprechpartner zu sein. Zum Thema Präsenz sei gesagt, dass das Büro mit Seeblick zwar schick ist, aber dass ich da sein werde, wo die meisten Studierenden sind. Am ZF-Campus. Das wird dank der langwierigen Anstrengungen meines Vorgängers Martin Bukies auch in den kommenden Wochen klappen.

Ansonsten stehen zwei Orientation Weeks auf dem Plan, ein paar Formate, angesiedelt an die Dorados Nachhaltigkeit, Gesundheit & Zukunft und die Bedienung der Kommunikationsschnittstelle, die das Amt meiner Ansicht nach ausmacht.

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Ich bin damals an die ZU gekommen, weil…

Said: …ich der herausfordernden Romantik der komplexen Freiheit an einer dynamischen Universität um Humboldts Erben (A & W) erlegen bin.

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