Sozial Engagierte müssen nicht hungern! – Social Minders bringen Sozialunternehmertum näher

Christopher von Bürgerwerk und Studierende bei der Erarbeitung der Casestudy. Foto: Carolin Stempel

Pluspunkt heißt nun Social Minders! Futur Drei traf sich mit der Initiative für soziales Unternehmertum bei ihrer ersten Veranstaltung, um sie besser kennenzulernen.

In den Gängen tönt rasch getaktete Musik, auf den Tischen winken frische Äpfel und Studentenfutter. Die Stimmung wirkt einladend und locker. An diesem Abend entscheiden sich ein Dutzend Leute, nicht wie gewöhnlich geradeaus vom Eingang in die Bibliothek zu eilen. Stattdessen biegen sie rechts ab, am Check-In vorbei zum Zwischenraum und werden beim ersten Event der neuen Initiative Social Minders kreativ.

„Auf den Kärtchen an euren Club Mates stehen unterschiedliche Zeichen. Findet Leute mit dem gleichen Zeichen, dann kennt ihr eure Gruppen für den Case.“ Eigentlich eine gute Idee zur Gruppeneinteilung, wenn die Gruppen nicht so ungleichmäßig ausfallen würden. Macht nichts. Es wird kurz gelacht und man schafft es trotzdem drei gleiche Gruppen zu bilden.

Der Fallgeber und ZU-Alumnus Christopher von Bürgerwerke stellt sein Problem vor. Nichts wie los – in anderthalb Stunden sollen die drei Arbeitsgruppen Lösungen für eine Crowdinvesting-Kampagne der anstehenden Wachstumsfinanzierung oder ein Storyboard für ein fünfminütiges Crowdinvesting-Video mit den Kernbotschaften der dezentral organisierten Ökostrom-Genossenschaft austüfteln und vorstellen. Nachdem Caro vom Social Impact Lab Stuttgart sich als weiteres Jurymitglied vorstellt, machen sich alle ans Werk.

 Die neue Initiative Social Minders ist aus der ehemaligen Initiative Pluspunkt entstanden und hat das Ziel, Sozialunternehmertum an der Uni zu fördern. „Wir entschieden uns für ein Rebranding, um der etwas unbekannten Initiative attraktives Gesicht für den Initiativenzweck zu verleihen.“, erklärt Miriam den Namenswechsel. Mit einem nostalgischen, weinenden Auge und einem hoffnungsvollen, lachenden Auge ist allen Beteiligten klar: der frische Wind wird die Vision vorantragen, wenn auch konzeptuell angepasst.

Zuvor waren Schüler die Zielgruppe und nicht unbedingt wie jetzt wir Studenten. „Man hat die Idee des Sozialunternehmertums bei den umliegenden Schulen vorgestellt und hat interessierte Schüler bei ihren eigenen Ideen unterstützt. “ Seitdem das G8 eingeführt wurde, sei das Interesse für die Kooperation mit den Schulen eingeschlafen. „Die Stundenpläne der Kinder sind wohl ziemlich überlastet. Nach und nach haben die Schulen abgesagt.“

„Das Wichtigste für uns ist der Austausch und gegenseitige Unterstützung.“ Social Minders hegen klar den Anspruch, eine Plattform für soziale Ideen zu bieten, auf der diese vorgestellt oder weiterentwickelt werden. Carolin von den Social Minders kann die Wichtigkeit der Ermutigungsfunktion und Unterstützung bezeugen, denn sie hat das erfolgreiche Projekt Über den Tellerrand kochen realisiert. „Ich hätte vorher nie geglaubt, dass meine Idee so groß werden könnte. Die Idee entstand, ähnlich wie heute, bei einem Wettbewerb in meiner damaligen Uni in Berlin.“ Carolin und eine Kommilitonin hatten lange beobachtet, dass immerzu über Geflüchtete gesprochen wurde und nicht mit ihnen. Daher ihre Idee, einen Raum der Begegnung zu schaffen, um Vorurteile abbauen zu können. Zunächst war das Ziel Kochabende zu veranstalten. Später entwickelte sie mit dem Netzwerk, das ihr das Social Impact Lab Berlin bereitstellte, ein Kochbuch mit Rezepten von Geflüchteten. Aus dem geschöpften Gewinn konnten Kochkurse auf viele Städte skaliert werden und weitere Auflagen des Kochbuchs finanziert werden.

„Die WHU organisiert die Sensibility, dabei passt die Idee des Sozialunternehmertums so gut zur ZU.“ Etwa einmal wöchentlich trifft sich die vierköpfige Initiative, um sich auszutauschen und Veranstaltungen zu planen. „Es gibt jede Menge Organisationen und Themen, die wir vorstellen können. Etwa NGOs und Unternehmen, die einen Beitrag zur Lösung von Problemen in der Gesellschaft leisten. Wir helfen dabei sie bekannter zu machen oder eigene Ideen zu entwickeln.“

Die Teilnehmenden strömen wieder in den Raum, die Jury hört bei den drei Konzepten genau zu und gibt nach einer kurzen Absprache die Gewinner bekannt. Doch an diesem Abend geht keiner mit leeren Händen: die Gewinner erhalten nachhaltig hergestellte Ledertaschen, die anderen Teilnehmer einen Gutschein zum Arbeiten am Social Impact Lab Stuttgart. Social Minders darf den Erfolg feiern, ihre erste Veranstaltung realisiert zu haben und Christopher kann neue Ideen für seine Genossenschaft mitnehmen.

Interesse geweckt?

Am 4. April organisieren die Social Minders ihre nächste Veranstaltung als Themenabend über nachhaltiges Slow Food im Restaurant V20. Es wird herzlich eingeladen.

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