Rettung in letzter Sekunde – Sperrmüllabfuhr reißt beinahe die Blaue Blume ab

Friedrichshafen – Eigentlich sollte es ein ganz gewöhnlicher Tag für Michael M. werden: Der für die Entsorgung und Abfuhr von Sperrmüll zuständige Dienstleiter erhielt einen Auftrag für die Abholung eines sich am Fallenbrunnen, im Westen Friedrichshafen befindlichen Sperrmüllhaufens, der schon seit Wochen vor sich hin modern würde. Mit trainierter Routine widmete sich Herr M. seiner Pflicht und begab sich an die besagte Stelle. Dort erwartete ihn ein erschreckendes Schaubild: Das Beseitigen des Sperrmülls war schon so lange vernachlässigt worden, dass sich dort ein eigenes Ökosystem entwickelt hat; als habe man ein Jahr lang seine Bio-Tonne nicht geleert.

„Als zuständiger Dienstleiter für die Beseitigung und fachgerechte Entsorgung jeglicher Arten von Sperrmüll habe ich schon alles Mögliche an Darbietungen erlebt. Die Geschichte von letztem Dienstag war allerdings selbst für einen alten Hasen wie mich neu!“

Trotz der großen Herausforderungen, begann Herr M. die Entfernung der vor sich hinvegetierenden Wohnwagen, als ihm plötzlich völlig aufgebrachte Studenten entgegeneilten und panisch forderten, er solle sämtliche Unternehmungen beenden. Wie Herr M. feststellen durfte, handelte es sich bei dem vermeintlichen Sperrmüllhaufen gar um einen eingetragenen Kulturverein. Fasziniert von diesem Phänomen konstatierte Herr M., dass dieses Projekt als eine Art Experiment zu betrachten sei, um zu veranschaulichen, ob der Mensch heute in der Natur noch eine Überlebenschance hätte.

„Es ist quasi wie ein Zoo, jedoch ohne, dass man sich mit den ganzen Tierschützern anlegen muss. Finde ich genial, ab jetzt schaue ich mir das jeden Sonntag mit meiner Enkelin an.“

Da Herr M. es ja im Grunde nur gut gemeint hat, konnte er sich schnell mit den Studenten der Blauen Blume versöhnen und wurde noch zur wöchentlichen Smoothie-Verkostung eingeladen. Daraufhin entstand in gemütlicher Gemeinschaft ein lebhafter Diskurs, in dem Herrn M. erklärt wurde, dass gerade die Blaue Blume eine Kultur-Oase in der sonst so gottverlassenen Stadt Friedrichshafen sei und einer ökologisch-schwäbischen Lebensweise Rechnung trage.

„Wissen Sie, es bleibt uns Studenten hier gar nichts Anderes übrig, als alternative Lebensweisen auszuprobieren! So erfährt man den Friedrichshafener Winter aus ganz neuen Blickwinkeln.“, so der Pressesprecher der Blauen Blume e.V.

Am Ende des Tages hat Herr M. mal wieder etwas dazu gelernt.

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