Leben am Fallenbrunnen: Gegenwart und Zukunft

Grün "in Richtung Zukunft": Themenwoche an der ZU. Bild: Zukunftsbüro

Teilweise unübersehbar, teilweise unbemerkt, werden am Fallenbrunnen und insbesondere am ZF-Campus der Universität in diesem Frühjahr Veränderungen angestoßen, um die unzähligen Stunden, die die meisten von uns täglich hier verbringen, lebenswerter zu machen. Futur drei hat zum Start der Themenwoche des Zukunftsbüros verschiedene Entwicklungen am Fallenbrunnen unter die Lupe genommen.

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Nachdem sich der, an der Zeppelin Uni ungewohnt, geballte Provinzialstolz beim Festakt zum Gewinn des Deutschen Hochschulbaupreis 2018 in der letzten Woche entladen hatte, klangen bei Bürgermeister Köhler direkt wieder sachliche Töne an: Die Entwicklung des Fallenbrunnen sei nicht nur extrem spannend, sondern auch schon in vollem Gange. Wer davon nicht überzeugt sei, müsse nur jeden Morgen auf die Veränderungen achten, die sich an der Baustelle gegenüber der Swiss International School getan haben. Dort entsteht das RITZ. Auch wenn der Name anderes vermuten lässt, handelt es sich dabei weder um eine legendäre Bar auf der Reeperbahn, noch um ein Hotel. Gemeint ist das Regionale Innovations- und Technologietransferzentrum. Die Vision, am Fallenbrunnen Arbeit und Bildung zusammenzubringen und aus dem Areal einen großen, modernen Co-Working-Space zu machen, ist realer denn je. Auch die Pläne für einen weiteren Wohn- und Arbeitskomplex gegenüber der bereits fertiggestellten Gebäude stehen bereit. Für dieses Projekt sowie für das RITZ hat sich die Stadt 12 Hektar Land am Fallenbrunnen gesichert.

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In etwas kleinerer Größenordnung wird auch im Fallenbrunnen 3 an der Zukunft gearbeitet. Das dafür zuständige Büro (richtig, das Zukunftsbüro), rückt diese Woche erstmalig ins Scheinwerferlicht, mit der Themenwoche In Richtung Zukunft – Geschichte, Philosophie & Praxis der Nachhaltigkeit.

„Wir wollten dem Thema Nachhaltigkeit mehr Aufmerksamkeit zukommen lassen, weil wir glauben, dass das Thema enorm relevant ist und bisher an der Universität zu kurz kommt“, sagt Clara vom Zukunftsbüro über die sechstägige Veranstaltungsreihe.

Entstanden ist das Büro im letzten Jahr genau aus dem selben Gedanken heraus. Die Hochschulgruppe Rework kam mit unserem Studentischen Vizepräsidenten (SVP) Said zusammen, um über eine Institutionalisierung des Themas Nachhaltigkeit zu sprechen. Dieser gliederte das Herzensprojekt kurzerhand an seine Stelle an, was einen schnellen Start möglich machte. Dabei bleiben soll es allerdings nicht. „Der Plan ist, das Zukunftsbüro an den Präsidialstab anzugliedern und somit vom SVP zu entkoppeln“, sagt Said.

Die beiden Standbeine der Arbeit des Zukunftsbüros sind, so erklärt es uns der SVP, Forschung und Alltag. Auf der einen Seite soll das Thema Nachhaltigkeit in wissenschaftlicher Hinsicht eine zentralere Stellung einnehmen, auf der anderen soll das Leben am Fallenbrunnen nachhaltiger werden.

Clara weiß: „Wir bieten keine Paradelösungen für ein nachhaltiges Leben, die gibt es nicht.“ Was allerdings geboten werden kann, ist eine Denkanstoß für die nächsten Generationen Studierender. Auch deshalb war die Angliederung an den SVP zum Start geschickt, da er die Einführungswoche für Erstsemester maßgeblich organisiert. Außerdem sind das Auftauchen der müllvermeidenden Kaffeebecher KeepCups und die Ausgabe der Bodensee-Recups bei ZUtaten auf das Zukunftsbüro zurückzuführen.

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Apropos Kaffee. Ganz oben auf der Aufmerksamkeitsskala des Neuen steht das studentische Café Beton und Bohne, das von Montag bis Donnerstag am Nachmittag die FAB-Mensa (nicht die See|e) belebt. Ebenfalls komplett studentisch ins Leben gerufen, war das Ziel des Teams von Anfang an, die Lebensqualität in der Uni zu erhöhen. Nur noch vereinzelte, greise Semester erinnern sich an das Mundvoll, das vitaler Bestandteil der Container-Uni war. Statt trauriger Erinnerung ist der frisch aus der Siebträgermaschine servierte Cappuccino mit einem Stück Kuchen wieder Realität.

„Wir freuen uns total, dass sich der Aufwand gelohnt hat und die Start-Version des Cafés so gut angenommen wurde“, sagt uns Jana vom Café-Team. Dank des vielen Feedbacks werden die drei Organisatorinnen über den Sommer einige Stellschrauben am Konzept drehen. „Freut euch also schon auf das nächste Semester!“

Die Motivation ist, wie so oft, den Fallenbrunnen lebenswerter zu machen. Jana wollte mit Beton und Bohne „einen Ort zum Verweilen schaffen“. Ohne noch einmal in Lobhudelei über die Architektur des Campus zu verfallen, ist dieses Verweilen eben an der ZU besonders gut möglich.

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Ob es die halb-öffentlichen Pläne der Stadt im ehemaligen Industrie-Quartier Fallenbrunnen, die unübersehbaren Topfpflanzen in der Mensa sind oder eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Studierenden mit einer Idee und einer Uni mit offenen Ohren ist – am Fallenbrunnen tut sich etwas. Wer bei all den Blicken in die Zukunft auch einen auf die Ursprünge werfen möchte, kann dies übrigens ebenfalls tun. Vom 4. bis 6. Mai findet mit V O R Ü B E R F O R M I E R U N G E N eine einzigartige Veranstaltung zur Geschichte des Fallenbrunnens statt. ZU-Alumni, Studierende und Lehrende, sowie der Komponist Steffen Schleiermacher laden ein, Infos und Tickets gibt es hier.

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