Initiative im Spotlight Teil II – Transcultural Leadership Summit

Der Transcultural Leadership Summit ist eine Veranstaltung des Leadership Excellence Institute Zeppelin (LEIZ), welche von Studierenden dieses Jahr zum fünften Mal in Folge organisiert wird. Damit ist er eine der wichtigen Verbindungsglieder zwischen der Studierendenschaft und dem LEIZ. Zum TLS werden jedes Jahr renommierte Experteninnen und Experten aus Forschung und Praxis eingeladen, die das Event mit ihrem Fachwissen bereichern. Dieses Jahr findet der Summit mit der Unterstützung von Rolls Royce, ZUG, Café GESSLER und der Student Lounge unter dem Motto New Silk Roads | New Perspectives for Europe? am 5. und 6. November am Fallenbrunnen und Online statt.

New Silk Roads | New Perspectives for Europe

In Keynote-Präsentationen, Paneldiskussionen und Workshops setzt sich der TLS jedes Jahr mit einem anderen Themenschwerpunkt auseinander. Bisherige Editionen beschäftigten sich bereits mit den Regionen China, Sub-Sahara Afrika, Brasilien und zuletzt Europa. Dieses Jahr zum ersten Mal wird der Summit sich einem Projekt widmen: Der Belt and Road Initiative, oder Neuen Seidenstraße. „Es stellt das größte Infrastrukturprojekt unserer Geschichte dar“, erklärt Yasemin, die im studentischen Projektteam für Marketing und Kommunikation zuständig ist. Der Kern dieses chinesischen Außenpolitik-Projektes ist die Schaffung neuer Infrastruktur-Routen, dazu gehören Häfen und Flughäfen, Straßen, Kraftwerke und Pipelines, die von chinesischen Unternehmen überall auf der Welt gebaut werden. Auch in einigen europäischen Ländern gibt es bereits solche Infrastrukturprojekte. Das Projekt wird oftmals als Strategie der Volksrepublik China angesehen, seinen politischen Einfluss weltweit auszubauen. Das LEIZ entschied sich für das Thema, weil die Neue Seidenstraße „im Grunde einen neuen Wirtschaftsraum und ein Großprojekt beschreibt, mit ganz vielen Chancen und Konsequenzen für alle Beteiligten“, beschreibt Julika Baumann Montecinos im Interview mit Futur3. Sie erklärt, dass das Thema durch die europäische Perspektive auch an den Summit des letzten Jahres anknüpfen soll.

Zukunftsorientierte Forschung

Für das LEIZ stellt die jährliche Veranstaltung mittlerweile ein wichtiges Element ihres Forschungszyklus dar: Am TLS selbst geht es vor allem darum, sich mit ExpertInnen aus aller Welt und aus verschiedenen Disziplinen auszutauschen und voneinander zu lernen. Später werden die Ergebnisse des Summit in Zusammenarbeit mit den ReferentInnen in einem Buch veröffentlicht. Außerdem dient der TLS auch dazu, bereits interessante Fragestellungen für das nachfolgende Forschungsprojekt der Transcultural Student Research Group zu finden.

Die Auswahl der eingeladenen Gäste repräsentiert dabei den Kerngedanken des transkulturellen Ansatzes. „Wir meinen mit dem Transkulturalitäts-Konzept, dass wir uns damit beschäftigen, wie Kooperation über kulturelle Grenzen hinweg gelingen kann“, erklärt Julika Baumann Montecinos. Dabei gehe es nicht nur um nationale Kulturen, sondern auch Branchenkulturen, Berufskulturen, Unternehmenskulturen, unterschiedliche Generation und viele mehr: „Kulturelle Vielfalt hat man im Grunde ständig – ganz komplexe Konstellationen – und da bedeutet eben transkulturelle Kompetenz, dass man in der Lage ist, damit produktiv umzugehen, gut zusammenzuarbeiten, sich auf Möglichkeiten der Kooperation und des gemeinsamen Lernens zu konzentrieren.“

Das LEIZ verstehe Vielfalt als eine Chance, etwas Neues zu entwickeln, das mehr sei als nur die Summe der Einzelteile, beschreibt Baumann Montecinos. In diesem Spirit ist auch der Transcultural Leadership Summit gehalten, der trotz der veränderten Umstände dieses Jahr zum (digitalen) Zusammenkommen und Voneinander-Lernen einlädt.

Foto: Valentin Kremer

Die neue, hybride Veranstaltung

Dieses Jahr zum allerersten Mal findet der TLS 2020 als hybrides Format statt. Das bedeutet, dass es zwar (voraussichtlich) eine kleine Anzahl an Präsenzteilnehmern geben wird, jedoch wird es vor allem einen umfassenden und spannenden Livestream geben. Dafür hat das Eventteam in den letzten Monaten unermüdlich gearbeitet und mit dem Unternehmen Bewegtbildwerft ein Regiekonzept entwickelt. Entstanden ist ein Plan, der sich nicht auf das bloße Abfilmen von Speakern, Panels und Reden beschränkt, sondern filmreife Mitschnitte des Events mit Online-Workshops und spannenden digitalen Pausenangeboten verbindet. Beispielsweise wird es eine Yoga-Session in einer der Pausen geben und sogar ein magisches Intermezzo, wie das Eventteam verrät. Außerdem ist der TLS im Sinne der Nachhaltigkeit weitestgehend papierlos, der Stream und alle wichtigen Informationen werden den Teilnehmenden auf der App Whova zur Verfügung gestellt. Das wichtigste ist jedoch, wie in den vergangenen Jahren auch, das Zusammenkommen: „Ich freue mich auf den Austausch, auf neue Einblicke, auf spannende Diskussionen“, so Baumann Montecinos.

Digitale Arbeitsmodelle

Alles in Allem hat das studentische Projektteam ein für die ZU noch relativ neues Eventformat konzipiert und sich dabei mit digitalen Arbeitsmodellen intensiv auseinandergesetzt: Die gesamte Planung musste sich ebenfalls auf Microsoft Teams verlagern. „Der größte Erfolg ist tatsächlich, dass wir es geschafft haben, in der super schwierigen aktuellen Zeit ein Team aus dem Nichts zusammenzustampfen, das sich in der ersten Planungsphase eigentlich nie wirklich persönlich getroffen hat“, berichtet Yasemin und fügt hinzu, dass der Erfolg des Teams, trotzdem ein anspruchsvolles Event auf die Beine zu stellen, auch die Stärken flexiblerer Arbeitsmodelle beweist. „Wir haben es geschafft, ein Team zu werden und trotz Konflikten unsere verschiedenen Stärken zu nutzen“, sagt David aus dem Eventteam.

Auch hier findet sich also der transkulturelle Ansatz wieder: darin, sich auf die Chancen zu konzentrieren und Hindernisse gemeinsam zu überwinden. „Man darf sich hier weiterbilden“, erzählt Elena aus dem Team Content. „Teil dieser Bewegung zu sein, Zusammenarbeit neu zu denken und eine Plattform zu schaffen, um ein wirklich zukunftsrelevantes Thema auf die Agenda zu bringen, das fand ich einfach toll.“

Mehr zum Transcultural Leadership Summit könnt Ihr auch in der aktuellen Folge LG VOM SEE hören, die Ihr bei Welle 20 findet!

Noch ein kleiner Disclaimer: Die hier wiedergegebenen Aussagen über die Belt and Road Initiative spiegeln die Meinung der Autorin wider, nicht die der Veranstalter des TLS.

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